Warum fällt es uns so schwer Grenzen zu setzen?
Updated: Jan 9, 2023
Es sind bei uns Frauen oft die selben Themen. Ich teile heute hier mit dir 2 Punkte, die einen großen Teil dazu beitragen. Zum einen sind es meine eigenen Erfahrungen, aber auch das, was ich durch meine Arbeit mit den Frauen mitgenommen und gelernt habe.
Vorab möchte ich sagen, dass es ein GRUNDRECHT ist unsere persönlichen Grenzen zu wahren und sie zu setzen. Wir dürfen uns für unsere eigenen Bedürfnisse einsetzen und müssen uns nicht schuldig fühlen, ehrlich Nein zu sagen. Warum fällt es uns dennoch so schwer Grenzen zu setzen und liebevoll Nein zu dem zu sagen, was sich im Herzen nicht gut für uns anfühlt?
Punkt Numero Uno: Das schöne Wörtchen Nein.
Ein Punkt ist das schöne Wörtchen Nein. Wir haben so oft gehört: "Tu dies nicht, tu das nicht. Lass das, höre auf damit." Nein, nein und nochmals nein. So oft, dass es uns schwer fällt selbst nein zu sagen, weil wir wissen wie hart und schwer es ist, andauernd dieses "negative" Wort zu hören. Wir verbinden damit eine ablehnende Haltung.
Dabei ist das Wort NEIN eigentlich gar nichts Schlechtes. Es ist ein ganzer Satz und ist ein liebesvolles JAAA zu sich selbst. Wir dürfen dieses Wort neu betrachten. Es darf als etwas Positives einen neuen Glanz bekommen. Wir lehnen Niemanden damit ab, wenn wir nein sagen. Ganz im Gegenteil - wir dürfen darauf vertrauen, dass unser Gegenüber und liebevolles Nein wertschätzt. Es ist ja auch für ihn etwas Gutes, wenn wir ihm ehrlich begegnen. Oder würdest du wollen, dass jemand für dich etwas tut, was er nicht möchte? Dass er über seine Grenzen hinausgeht und sich einen Zacken aus der Krone bricht, nur um dir nicht vor den Kopf zu stoßen?
Punkt Numero Due: Der Umgang mit unseren persönlichen Bedürfnissen.
Der zweite Punkt sind unsere Bedürfnisse. Das WAS und das WIE wir gelernt haben mit unseren Bedürfnissen umzugehen! Wir sind vom Naturell ganz intuitive Wesen, die ein Gespür im Herzen haben. Eine Intuition. Ein Gefühl. Leider haben viele von uns sehr früh lernen müssen, sich mit ihren Emotionen und Bedürfnissen zurückzunehmen und sich anzupassen. Dadurch, dass wir als Kinder mit unserer Feinfühligkeit nicht wertgeschätzt, nicht wichtig und ernst genommen wurden, haben wir gelernt unsere Bedürfnisse zu unterdrücken oder sie gar bei Seite zu stellen. (Damals war es so, dass man die kindlichen Bedürfnisse nicht hinterfragt hat).
Wir haben uns so von unserer Feinfühligkeit, von unserem inneren Gespür für das Richtige abgekapselt. Gleichzeitig kämpfen viele von uns für die Emanzipation und gehen mit dem heutigen Männerbild in Konkurrenz. Wir wollen hart, stark und unzerbrechlich sein. Diese Kombination hinterlässt emotionale Blockaden in uns und verschwinden nicht einfach. Wir gehen über unseren persönlichen Grenzpunkt hinweg, drängen ihn beiseite und machen einfach weiter. Als hätten wir Angst vor..... Jaaa, vor was eigentlich? Wir glauben, dass wir NICHT DÜRFEN! Nicht sein dürfen! Das wir nicht weich sein dürfen, nichts sagen dürfen, nicht schwach sein dürfen.
Diese Glaubenssätze schlummern in uns und hindern daran selbstbewusst, das zu tun, was wir wollen. Weil wir Angst haben Abgelehnt zu werden. Was gleichbedeutend damit ist nicht geliebt zu werden. Wir kennen alle dieses Gefühl. Es ist für uns schwer auszuhalten. Deshalb - und das machen wir ganz unbewusst - passen wir uns lieber irgendeiner Norm an und machen schön das, was man von uns so erwartet.
Gegen den Strom schwimmen.
Eines kann ich dir sagen. Es ist nicht leicht sich aus der Anpassung zu lösen und gegen den Strom zu schwimmen. Weil wir den anderen Menschen durch das „Anders sein“ einen Spiegel vorhalten. Jeden Tag gehe ich dadurch. Jeden Tag schaue ich nach meinen Bedürfnissen, nach den meiner Kinder und meiner Familie und gestalte unser Leben frei von allen Erwartungen der Gesellschaft. Und das ist nicht immer leicht und gleichzeitig trotzdem lohnenswert. Weil ich ICH BIN und meinem Herzen und meinem Bedürfnissen Raum und Aufmerksamkeit schenke.
Wenn du..
dich reflektieren und hinterfragen möchtest, kannst du dir einmal die Frage stellen: „Warum fällt es dir so schwer, dich bei deinen Lieblingsmenschen abzugrenzen und ehrlich und klar Nein zu sagen? Warum stopfst du deinen Tag regelmäßig mit To-Do‘s und gehst über deine Grenzen? Warum es eine große Herausforderung für dich ist, deine Bedürfnisse in deinem Alltag zu leben?" Schau einmal, welche Glaubenssätze dich und dein kleines Mädchen hindern?
Glaubenssätze wie:
Ich hab kein Recht
Ich muss funktionieren
Ich darf nicht sein
Ich bin Schuld, wenn…
Ich bin für alles allein verantwortlich
Das Leben ist anstrengend
Ich muss alles geben, damit ich gesehen werde
Ich darf nicht sagen, was ich brauche
Ich darf nicht schwach sein
Ich darf noch faul sein
Zu welchen Sätzen spürst du, dass sie zu dir gehören? Und dann frag dich:
Sind diese Sätze war?
Tuen mir diese Sätze gut?
Würde ich wollen, dass meine Kinder an diese harten Sätze glauben? Oder würdest du ihnen wünschen, dass sie sich ihr Leben leicht und frei nach IHREN Bedürfnissen gestalten?
Everybody´s Darling:
Wenn du dich darin übst liebevoll Nein zu Dingen zu sagen, die dir nicht gut tun und Jaaa zu dem, was sich im Herzen richtig anfühlt, kannst du auf Augenhöhe ehrlich und authentisch deine Lieblingsmenschen begegnen. Und jaaaa, dass erfordert Mut - großen Mut. Weil es gleichzeitig auch bedeutet, dass nicht immer das, was du tust oder eben nicht mehr tun möchtest, verstanden wird. Deine neuen Grenzen die du für dich kommunizierst, müssen erst einmal von deinen Lieblingsmenschen verdaut werden. Denn die Veränderung in dir, findet auch im Außen statt. Und nicht immer stoßt du dabei auf Akzeptanz.
Aber wenn du mutig voran gehst wirst du dadurch ein so wertvoller Fels in der Brandung deiner Lieblingsmenschen sein, weil du als ein Beispiel voran gehst und du Sicherheit und Authentizität ausstrahlt. Es lohnt sich, deinen Lieblingsmenschen so zu begegnen wie du tief im Herzen bist. Auch wenn es erst einmal schwer ist durch diesen wachsenden Prozess zu gehen. Erinnere dich daran, dass alles seine Zeit braucht. Wir dürfen herausfinden, was wir wollen und was nicht und das klar, ehrlich und liebevoll kommunizieren. Wir dürfen lernen nicht immer everybody´s darling sein zu müssen. Wir dürfen lernen uns von der Angst zu befreien, abgelehnt zu werden. Wir sind geliebt und werden geliebt und das noch viel mehr, wenn wir tief im Herzen echt und zufrieden wir selbst sind.
"Mach was du liebst und davon ganz ganz viel"
Love to you,
Deine Sakina



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